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Ok, wenn Ihr etwas über meine Lieblingsinsel erfahren möchtet, dann nur zu...hier folgen reichlich Infos...Lanzarote mit meinen Augen...

Wusstet Ihr, dass Lanzarote die viertgrößte Kanaren-Insel ist (Teneriffa, Fuerteventura, Gran Canaria....)? Klar wusstet Ihr das, spätestens seit Jauchs Millionärs-Fragen....Aber auch, dass Lanzarote die zweitälteste Kanareninsel ist? Immerhin schaut das Inselchen mit seinen rund 680qkm Grundfläche (ca. 60 km lang x 20 km breit) auf ein stolzes Alter von 17Mio. Jahren zurück....Damals, lächerliche 2,5 Millionen Jahre nach der Geburt der Insel Fuerteventura wuchs die Insel in Form von kontinuierlichen Vulkanausbrüchen aus dem Meer heraus.

Vulkane...genau!  Kurzer Ausflug in die Geologie: Die Kanaren entstanden aufgrund des Drucks, der sich in der Meeresbodenplatte vor Afrika aufbaut. Das musst man sich so vorstellen, dass die Meeresbodenplatte mit einer Geschwindigkeit von ca. 2cm pro Jahr (auch heute noch!!!) Richtung Afrika drängt. Auf dem afrikanischen Kontinent bäumt sich aber das Atlasgebirge auf und bremst gewaltig gegen. Ergo gibt´s Schwach- oder auch Bruchstellen in der Meeresbodenplatte und die Magmamassen aus dem Erdinnern quellen heraus...da der Druck immer größer wird...quillt auch immer mehr Magma heraus....Schicht über Schicht...und irgendwann ist die Meeresoberfläche durchdrungen: die Geburtsstunde einer Kanareninsel!  



„Magma“ heisst übrigens automatisch nach Austritt aus dem Erdinnern „Lava“. Das muß jetzt auch erst mal reichen an Entstehungsgeschichte. Aber als aufmerksamer Mensch fragt man sich jetzt natürlich zu recht: Wenn da immer noch nachgeschoben wird...warum gelten die Kanaren dann als vulkanisch inaktiv? Eben eben....die Vulkane sind sogar recht aktiv einzustufen...nur schlummern sie derweil noch ein wenig...aber der Druck baut sich stetig auf.  Übrigens lastet der größte Druck auf den Inseln Teneriffa, La Palma und ...Lanzarote!  

Die Inseln liegen im Wendekreis des Krebses (keine Ahnung was das wirklich bedeutet, aber es klingt so malerisch!) und sind geografisch eher Afrika zuzuordnen als dem spanischen Festland. Aber erzählen Sie das mal den Canarios....!  

Gerne nennt man die Kanaren ja die „Inseln der Glückseligen“ und manch einer hält fest an der längst widerlegten Theorie, dass die Kanaren die Überreste des versunkenen Kontinents Atlantis seien...leider zu schön um wahr zu sein. Dennoch, die Canarios haben statistisch gesehen die höchste Lebenserwartung Spaniens und weshalb?...das gilt es herauszufinden!  

So, Anflug auf Lanzarote...das Erste was man nach knappen 4 Stunden Flug erblickt, ist die kleine vorgelagerte Insel LA GRACIOSA (ca. 500 Einwohner, viel Inzucht, reichlich Fischer und noch mehr Sand. Coole Strände, lohnt sich evtl. für einen Tagestrip mit Fahrrad) Der Flieger kreuzt jetzt in einer leichten Linkskurve den Norden der Insel und spätestens jetzt überlegt man sich, ob die Entscheidung nach Lanzarote zu fliegen richtig war. Unter dem Flugzeug erstreckt sich eine schwarzgraue Ödnis...ab und an ein paar weiße Häuschen, Strassen und das war´s...  aber KEINE PANIK!!!!


Der Flieger fliegt dann hinaus aufs Meer und meistens hört man unter den Passagieren ein leichtes Aufatmen (Nach dem Motto „Puh! Das war wohl doch noch nicht Lanzarote...Glück gehabt!“)...aber Ätsch! PowerSlide in der Luft....scharfe Rechtskurve ...wirkt je nach Pilot immer ein bisschen so, als würde eine Tragfläche bereits die Meeresoberfläche berühren...zurück zur Insel! Der Flughafen liegt direkt am Strand und ist ein bisschen umständlich zu erreichen...passt aber immer! 

Man sollte ich schon mal seelisch darauf einrichten, dass die Gepäckausgabe lange dauert. Und ich meine wirklich LANGE! Ausnahmen sind sehr, sehr selten...

Tja, die Umgebung des Flughafens wirkt nicht wirklich aufmunternd...vermutlich wird immer noch überall gegraben und gebaggert...viel Staub...und alles grau und trocken.


Was gibt es nun zu beachten? Eigentlich nicht viel...die Inseln sind so harmlos und angenehm. Das Leitungswasser ist nicht vergiftet und stammt direkt aus der Meerwasserentsalzungsanlage. Dennoch ist natürlich das gekaufte Trinkwasser leckerer und besser. Giftige Tiere gibt es auch nicht. Zumindest nicht oberhalb der Wasseroberfläche und darunter auch eher kaum. Also keine Schlangen, Skorpione oder so was ekliges. Nur Cucarachas, aber die tun nix! Da ist die gemeine Stechmücke gefährlicher...In der Wildnis ausserhalb der Hotelanlagen begegnen einem reichlich Eidechsen, Geckos (sind übrigens Glücksbringer, die im Hotelzimmer astrein als Mückenjäger fungieren!), gelegentlich Igel, wilde Hunde und ab und zu auch mal ein freilaufendes Dromedar.

Die Sonne ist superheftig, aber das ist ja eh klar. Und der Atlantik ist grundsätzlich mit viel Respekt zu genießen.  

Will man sich selbst verpflegen, gibt es überall in den Orten Supermärkte für´s Grobe. Günstiger und besser sortiert sind natürlich die großen Supermärkte um Arrecife herum. Auf Höhe des Flughafens gibt es diverse. Empfehlenswert sind vivo – direkt gegenüber vom Airport und das Deiland – ein großes Shopping-Center mit Supermarkt und Burger King! Liegt in Playa Honda ist auch ganz easy zu finden wenn man die Autobahn von Puerto del Carmen nach Arrecife fährt, kommt nach dem Flughafen die Ausfahrt Playa Honda. Man fährt dann solange parallel zur Autobahn weiter bis man quasi automatisch auf dem Parkplatz des Einkaufszentrum landet. Ich denke, dass man da auch mit dem Linienbus hinkommt... 

Es gibt ungefähr 100.000 Dinge die man sich auf Lanzarote unbedingt anschauen muss!  Grundsätzlich gibt es natürlich die Möglichkeit organisierte Ausflüge über die Reiseveranstalter zu buchen. Das Angebot ist groß, umfassend und bei allen Veranstaltern in etwa gleich. Bei organisierten Ausflügen sollte man sich vorher darüber im Klaren sein, dass man sich zwar um nichts kümmern muß, aber natürlich auf eine gewisse Individualität verzichtet. Spannender ist es allemal, die Insel auf eigene Faust zu entdecken. Und im Normalfall auch preiswerter. Von der Möglichkeit Lanzarote per Linienbus zu erkunden, sollte man jedoch absehen.  Die Hauptstadt Arrecife, der Sonntagsmarkt in Teguise und die anderen großen Tourismuszentren sind einigermaßen gut damit zu erreichen, aber das war´s auch schon. Alles weitere wird dann nicht nur abenteuerlich, sondern womöglich auch ärgerlich, weil man kostbare Urlaubszeit an öden Bushaltestellen vertrödelt.

Man sollte sich aber auf alle Fälle überlegen, einen Mietwagen zu nehmen. Es gibt viel zu sehen, das Herumfahren macht Spaß und 3 Tage sollten Minimum sein. Dann kann man das schön aufteilen: 1 Tag in den Süden, 1 Tag in den Norden und einen für den ganzen Rest. Roller kann man auch vereinzelt mieten, dass ist aber bei den Windverhältnissen nicht so toll und auch ziemlich gefährlich. Abgesehen davon ist der Versicherungsschutz da sehr heikel. Entsprechend wenig wird das angeboten. Ihr werdet Euch wundern, wie viele Kreisverkehre es auf Lanzarote gibt. Da drehen die echt durch...ansonsten läuft der Verkehr dort eher typisch mediterran-chaotisch! Im übrigen sind die besagten Kreisverkehre meistens schon vom weiten an den zahlreichen Windspielen von César Manrique zu erkennen! 

Wen echt nichts mehr schocken kann, der kann natürlich auch Fahrräder mieten und die Vulkaninsel auf dem Zweirad bezwingen. Der Passatwind macht es einem nicht immer einfach, weil er grundsätzlich (!) aus der Gegenrichtung weht und die stark befahrenen, schmalen Strassen sind auch nicht ganz ungefährlich... 

Von all den Sehenswürdigkeiten der Insel erstelle ich an dieser Stelle eine Liste. Grundsätzlich gilt, dass fast alles was so zum Pflichtprogramm gehört ordentlich Eintritt kostet. Will man alles sehen, wird man schnell arm. Aber alles muß auch nicht sein. Glücklicherweise hat die Insel auch noch reichlich Schönheiten zu bieten, die Mutter Natur uns gratis anbietet. 



Teguise – die alte Hauptstadt der Insel. Ein super gemütliches Dorf! Echt schön da....Sonntags findet der große Markt statt. Falls man noch irgendein Souvenir oder Mitbringsel benötigst: hin! Aber ansonsten tut man gut daran, den Sonntagsbesuch in Teguise zu vermeiden. Alles was ein braver Pauschaltouri ist, befindet sich Sonntags auf dem Markt...interessant vielleicht, aber stark touriüberlastet. Also, es ist keine Schande hinzufahren (mache ich auch immer wieder), aber es kann schon recht nervig sein. Übrigens haben in Teguise viele Geschäfte montags geschlossen! Vor Jahren war der Markt tatsächlich noch ein sehr spannender Hippiemarkt. Man bekam hier orginiellen Schmuck, Olivinsteine – die wirklich von der Insel stammten, diverse Kunstgegenstände von einheimischen Künstlern und, und, und....heute bietet der Markt das, was auf allen Märkten dieser Erde angeboten wird. Die wirklich originellen Stände werden rar. Dennoch haben sich mittlerweile viele Künstler und Handwerker in Teguise angesiedelt, so dass man auch an anderen Wochentagen die Chance auf wirklich einzigartige Mitbringsel hat. Übrigens wurde die Stadt nach der Tochter des letzten einheimischen Königs benannt. Prinzessin Teguise wurde die Ehefrau von Jean de Bethancourt, dem normannischen Eroberer der Insel.


Castillo de Santa Barbara – eine Festung auf dem Kraterrand eines Vulkans am Ortsrand von Teguise (nicht zu übersehen). Der Eintritt lohnt nicht unbedingt. In der Festung kann man sich ein bisschen was zu den Emigranten der Jahrhundertwende anschauen und von oben hat man einen ähnlich tollen Blick wie vom Kraterrand. Der ist allerdings lohnenswert! Vor hier aus kann man einen Großteil der Insel überblicken! Das Castillo selbst wurde zum Schutz der Einwohner Teguises errichtet, die sich bei Überfällen durch Piraten oder Berber dort verschanzen konnten. Im Laufe der Jahrhunderte wurde das Castillo mehrfach umgebaut – alte Pläne und Zeichnungen kann man ebenfalls im Museum besichtigen.


Ermita de las Nieves – das ist ein echter Top-Tip! Auf dem Weg von Teguise nach Haria geht’s irgendwann mächtig den Berg hoch. Rechts ist dann der Windpark (von hier kommen 20% der Energieversorgung der Insel – der Rest stammt aus dem Dieselkraftwerk am Hafen von Arrecife) und kurz drauf geht eine gut getarnte Strasse links ab nach Las Nieves! Sie führt zu einer einsamen kleinen Kirche und wenn man hinter der Kirche noch ein bisschen weiter fährt....dann kommt man an einen 600m tiefen Abgrund. Unter Euch tost der Atlantik und der Blick ist der Wahnsinn. Hier hat man übrigens nachts den geilsten Sternenhimmel!  In der Kirche heiligt man die Virgen de las Nieves – die Jungfrau vom Schnee...darüber gibt es wilde Geschichten. Irgendeinem Dorfpfarrer aus Haria soll bei einer Wanderung hier oben eine weißgewandete Jungfrau (!?) begegnet sein. Sie nahm ihm das Versprechen ab, ihr dort eine Kirche zu bauen und im Gegenzug würde sie dafür sorgen, dass die Gegend um Haria immer genügend Feuchtigkeit für eine fruchtbare Landwirtschaft haben würde. Daran hält sie sich auch brav. Allerdings hat sie nichts davon erwähnt, dass die Landwirtschaft auf Lanzarote weitestgehend einschläft. Nur noch 5% der Einwohner beschäftigen sich mit Landwirtschaft...im Tourismus fällt eben doch mehr ab. Daher liegen die Terrassenfelder um Haria heute fast alle brach.


Haría – das Tal der 1000 Palmen liegt im Norden der Insel und auch relativ weit oben. Dementsprechend bekommt dieser Teil der Insel etwas mehr Feuchtigkeit ab, als der Rest. Also ist es hier auch etwas grüner...tatsächlich verwandelt sich diese Gegend im Frühjahr, nach dem Regen in ein grünes, blühendes Paradies. Unvorstellbar, ich weiß, aber auch umso atemberaubender! Die besagten Dattelpalmen gibt´s hier reichlich. Angeblich wurde früher für jeden neugeborenen Jungen eine Palme gepflanzt. (Böse Zungen behaupten, dass bei der Geburt eines Mädchens, eine Palme heraus gerissen wurde...aber die Anzahl der vorhanden Palmen spricht für sich: offensichtlich wurden bei einem Mädchen gleich 2 Palmen gepflanzt!!!) Der Ort selber ist auch recht idyllisch...die Umgebung eignet sich hervorragend zum Wandern oder einfach zu einem lauschigen Picknick unter einem Maulbeerbaum...Übrigens hat César Manrique hier die letzten Jahren gelebt und liegt auch auf dem Friedhof von Haría begraben. Was klaum jemand weiß: in den Hügeln um Haría gibt es tatsächlich Wasser! Zwar nur wenig, aber immerhin gibt es eine kleine Quelle und auch einen richtigen Staudamm. Allerdings befindet sich dahinter meist nur eine sehr kleine schlammige Pfütze. Den Staudamm kann man übrigens sehen, wenn man die Küstenstrasse von Arrieta nach Mala fährt und hoch in die Berge schaut.



Monte Corona -  thront majestätisch in klassischer Vulkanform im nördlichen Bereich der Insel. Von der kleinen Ortschaft Yé aus kann man ihn recht gut besteigen. Der Weg ist allerdings etwas schwierig zu finden und führt dann kreuz und quer durch brachliegende Weinanbauten. Es geht logischerweise steil bergauf. Am Kraterrand angekommen wird man aber zum einen mit einem wunderschönen Blick über den Norden der Insel belohnt und zum anderen mit einem atemberaubend tiefen Vulkankrater. Der Monte Corona ist ca. 500 m hoch und die Vegetation hier oben besteht vor allem aus Tabaibas (Wolfsmilchgewächsen) und wild wuchernden Flechten.  



Mirador del Rio – ein Aussichtspunkt mit tollem Blick nach La Graciosa. Das ganze ist ein Restaurant und wurde von......na? Genau! Von César Manrique geschaffen. Den Eintritt kann man sich aber durchaus sparen indem man direkt vor dem Gebäude links die winzige Strasse entlangfährt. Nach ein paar Metern hat man dort den gleichen atemberaubenden Blick. Und der lohnt sich wirklich! Allerdings hat man manchmal das Pech, dass dieser Nordzipfel wolkenverhangen ist. Das Restaurant selber ist in der typischen Weise Manriques harmonisch in das Gesamtbild eingefügt worden.


Orzola – der nördlichste Ort. Ein recht netter Fischerort, gute Fischrestaurants, aber auch ziemlich verpennt. Von hier aus kann mit dem Boot nach La Graciosa fahren. Und Ihr solltet keinesfalls versäumen vom Mirador del Rio runter nach Orzola und dann über die Küstenstraße Richtung Mala, Guatiza zu fahren! Hier zeigt sich die Insel nämlich wieder von einer anderen Seite. Hier spült der Atlantik schneeweißen Sand in die schwarzen Lavamassen und das sieht absolut klasse aus! Zum Schwimmen ist es hier zu leider zu flach, aber für ein Sonnenbad reicht es allemal.

Jameos del Agua – ja! unbedingt anschauen...aber wenn´s irgendwie möglich ist, nicht tagsüber mit Horden Touristen...sondern abends (mit etwas kleineren Horden Touristen. Ist abends nur Fr./Sa. und Di. geöffnet). Optimal wäre ein Konzertbesuch. Solltest Du vielleicht gleich am Anfang abchecken ob da was stattfindet und ggf. die „Reiseleitung“ einschalten. Die Jameos del Agua ist ein Teilbereich eines Lavatunnels der vor etlichen Jahrtausenden entstanden ist. Der Tunnel ist teilweise eingestürzt. Noch im 20.Jhdt. wurde der Tunnel als Müllkippe benutzt (wobei es zu der Zeit noch kaum Müll gab...) und später dann entsprechend ausgebaut. Es gibt dort ein Restaurant mit mittelmäßigem Essen (lieber nicht!), toller Atmosphäre (also vielleicht mal einen Kaffee dort genießen) und einem traumhaften kleinen Höhlensee. Das ist Salzwasser...der Tunnel führt nämlich direkt ins Meer. Hier leben übrigens kleine weiße Albinokrebse (einzigartig!). Wenn man an dem See vorbeimarschiert kommt man über verschlungene Steintreppen zu einer Poolanlage mit einem wunderschönen Gartenbereich. Vielleicht etwas kitschig...aber soooo schön! Am Ende des Gartens ist der Eingang zum Konzertraum. Der ist nicht immer geöffnet, hat aber eine beachtliche Akustik und natürlich ne tolle Atmosphäre weil Höhle...!

Zurück im Garten führen Wendeltreppen nach oben. Hier befindet sich eine recht interessante Ausstellung zum Thema „Kanaren, Vulkanologie, Flora, Fauna etc. falls Ihr Euch etwas bilden wollt....Im übrigen wird hier gerne davon berichtet, dass César Manrique diese Höhle ausgestaltet. Tatsächlich war es aber ein gewisser Jesús Sóto. Ein Freund von Manrique, der ebenfalls ein begnadeter Architekt ist, allerdings gerne etwas im Hintergrund bleibt.

Cueva de los verdes – auch eine Höhle! Sie gehört zum gleichen Tunnelsystem wie die Jameos del Agua. Entstanden beim Ausbruch des Monte Corona...dem auffälligen Vulkankrater im Norden. Diese Höhle ist nur als geführte Gruppe zu besichtigen. Sehr schön, aber wer nicht unbedingt auf Höhlen steht, kann auch drauf verzichten. Man läuft ca. 45 min durch Lavatunnel, tolle Hintergrundmusik...alles etwas mystisch. In der Höhle herrschen übrigens immer exakt 18°C und es wäre ratsam einigermaßen trittfeste Schuhe zu tragen. Überhaupt Schuhe: der scharfkantige Lava-Picón –der überall auf der Insel zu finden ist, ruiniert jedes Leder!!!  Aber zurück zur Höhle: lasst Euch nicht erzählen, dass man hier während des 2. Weltkrieges Juden versteckt hielt, oder so...alles quatsch. So´n paar Ureinwohner haben sich da gelegentlich vor Piraten versteckt...that´s all! Optisch ist der Rundgang durch den Lavatunnel sehr beeindruckend. Die Lava sieht aus, wie gerade eben erkaltet und man kann sich sehr gut vorstellen, wie sich die heiße Glut vor etlichen Jahren ihren Weg Richtung Meer schmolz.



Jardin de Cactus – der Kaktusgarten von César Manrique. Sein letztes offizielles Werk. Sehr hübsch angelegt. Ein wunderschöner kleiner Garten mit reichlich bizarren Pflanzen und vor allem Kakteen.  Prima geeignet für eine kleine, sehr idyllische Kaffeepause. Falls man ihn nicht besucht, ist es trotzdem nett mal auf dem Parkplatz (oder sonst wo in der Nähe) anzuhalten.



Um die Mauer des Gartens herum sind Kaktusfeigen angepflanzt. Die wachsen auch in der ganzen Gegend in Massen. Man pflanzt die Dinger an um auf Ihnen die Cochenilla-Laus zu züchten. Bei näherem Hinsehen erkennt man grau-weiße, filzige Viecher auf den Kakteen. Wenn man die zermatscht, hat man die Finger voll mit einem sehr intensiven, kaum zu entfernendem (!) roten Farbstoff: Karminrot! Dieser Farbstoff wird angeblich auch in Campari, teuren Lippenstiften etc. verwendet. Wie auch immer...das war mal ein sehr wichtiger Wirtschaftszweig der Insel. Aber mittlerweile sind künstl. Farbstoffe natürlich viel billiger und die Cochenilla-Züchterei kämpft um´s Überleben.


Playa Famara – mein absoluter, unangefochtener Lieblingsstrand! Kommt man von Teguise, fährt man quasi auf den Atlantik zu. Am Strand geht´s erst mal rechts...hier parken immer schon reichlich Autos...ignorieren!...Der Strasse folgen...die führt um eine Bungalowanlage herum...wird irgendwann zur Schotterstrasse und führt hinter den Bungalows wieder zum Strand. Hier ist je nach Gezeitenstand ein echt geiler Sandstrand oder eher ne Steinböschung. Hier kann man sich in eine der vielen kleinen Stein/Sandburgen kuscheln und ist relativ ungestört (!)...Auf der einen Seite der tosende Atlantik (Westküste = viel Brandung!), und auf der anderen Seite eine 600m hohe Steilküste! Übrigens ist dieser Strand nicht unbedingt zum Schwimmengehen zu empfehlen. Die Strömungen hier sind nicht zu unterschätzen und hier sind schon viele ertrunken. Also nur mit Vorsicht genießen! Trotzdem ist es toll wenn man windgeschützt in „seiner“ Burg liegt und die Wolken beobachtet, die die Steilküste versuchen hochzuwandern....*seufz*

Fundación César Manrique – manchmal hat man ja Lust auf etwas Kultur. Der Name César Manrique ist so eng mit Lanzarote verwurzelt. Man kommt unmöglich daran vorbei. César Manrique war ein sehr engagierter Künstler und Architekt, der seine Finger auch in der Politik und vor allem im Umweltschutz hatte. Er war gewissermaßen seiner Zeit voraus und hatte auch reichlich Gegner.

Letzten Endes hat die Insel ihm sehr viel zu verdanken, aber nicht alles was ihm heute zugeschrieben wird ist wirklich von ihm. Das nimmt in letzter Zeit etwas überhand. Die Architektur seines ehemaligen Wohnhauses ist legendär...daher lohnt sich eine Besichtigung schon. Ein Traumhaus! Man möchte am liebsten sofort einziehen! Die einzelnen Räume wurden in Lavablasen hineingearbeitet.

Die ausgestellten Kunstwerke von ihm (und anderen namenhaften Künstlern!) sind logischerweise Geschmacksache. Wenn es nach C.M. gegangen wäre, dann hätte die Insel Lanzarote heute einen ähnlichen Status wie die Seychellen: wenig, aber dafür einen sehr teuren Tourismus. Ihm ist es übrigens auch zu verdanken, dass Lanzarote seit einigen Jahren von der UNESCO zum Biosphären-Schutzreservat ernannt wurde. Immerhin...Dummerweise kam er dann 1992 (in meinem ersten Jahr da!) bei einem Autounfall um´s Leben. Um die näheren Umstände seines Todes ranken sich diverse Gerüchte, aber das ändert auch nix daran, dass der Mann definitv zu früh (mit 72 Jahren) gestorben ist.


Monumento al Campesino – bei San Bartolomé. Hier ist der geografische Mittelpunkt der Insel. Das große weiße Denkmal wurde von C.Manrique aus alten Wassertanks der Fischerboote gefertigt und stellt anngeblich einen Bauern mit seiner Ziege und seinem Kamel dar...ähm...ich hab´s auch nie daraus erkannt. Aber wichtig ist, dass man sich die besondere Stellung der Landwirtschaft auf Lanzarote mal bewusst macht: Man stelle sich vor, eine Insel ohne Süßwasser – kein Grundwasser, aber dafür jede Menge Lava die den Mutterboden bedeckt und reichlich Wind, der junge Pflanze sofort abknickt. Das sind nicht gerade optimale Bedingungen für eine florierende Landwirtschaft!  Also haben sich die Bauern die Speicherfähigkeit des Picóns (Lavasand) zu nutze gemacht. Gesäht wird in mühevoller Kleinarbeit direkt in den Mutterboden. Dazu muß zunächst die Lavaasche von Hand abgetragen werden. Anschließend wird der picón wieder aufgetragen. Einserseits um den Mutterboden vor der Winderrosion zu schützen und vor allem natürlich um die Feuchtigkeit des Morgentaus aufzunehmen und dann wieder an die Pflanzen abzugeben. Um die Pfanzen wiederum vor dem Wind zu schützen findet man sehr häufig kleine Mäuerchen (Zocos), schmale Reihen aus Getreide, Autoreifen, Apfesinenkisten oder ähnliches auf den Feldern. Am Denkmal kann man eine Art Landwirtschafts- und Kulturmuseum besichtigen , welches ich auch noch nicht gesehen habe, da es in der jetztigen Form erst kürzlich eröffnet wurde. Für Interessierte gibt es aber auch das landwirtschaflichte Freilichtmuseum in Tiagua („El Patio“)...nur ein paar Kilometer weiter. Ein altes Herrenhaus mit Windmühle wo man liebevoll die Geschichte der Landwirtschaft gezeigt bekommt.


Arrecife – die Hauptstadt, ist sicherlich keine Hauptsehenswürdigkeit. Aber dennoch ganz gut zum Einkaufen geeignet. Wenig Touristen, interessante Läden, schöne Küstengestaltung, prima per Bus zu erreichen...aber kein MUSS.....es sei denn, ihr wollt richtig abzappeln. Keine Touridisco in Puerto del Carmen, sondern echtes, heißes, spanisches Nachtleben...

„Calle Jose Antonio“ ist das Zauberwort...in dieser Strasse steppt der Bär! Vor allem am Wochenende.

Wenn man die Autobahn vom Flughafen nach Arrecife hineinfährt muß man der Strasse nach recht folgen. Würde man aber geradeaus, verkehrt herum in die Einbahnstrasse fahren...käme man direkt auf diese Strasse. Rechts und links gibt´s reichlich gute Clubs. Fein war immer „La Fabrica“, „ El Convento“…etc….aber die Dinger sind eh ohne Eintritt. Also rumlaufen und selber austesten.

Übrigens kann man auch zu Fuß nach Arrecife marschieren...immer am Strand lang...man wandert dann quasi über die Rollbahn des Flughafens...



Und dann das Gran Hotel: das ist das Hochhaus, welches die ganze Stadt überragt...unübersehbar, denn Hochhäuser gibt es eigentlich nicht auf der Insel. Es handelt sich um ein ehemaliges Hotel, welches ohne Baugenehmigung erbaut wurde, lange leer stand und irgendwann in den Neunzigern ausbrannte. War ein tolles Spektakel, ich war natürlich live dabei! ;-)

Seit ca. 20 Jahren streiten sich die Entscheider darum, was damit geschehen soll...abreissen, renovieren...? The neverending story und die Insel hat ein unfreiwilliges Wahrzeichen, gleichzeitig gehasst und geliebt.



Puerto del Carmen – DAS Touristikzentrum der Insel. Der Ort teilt sich in verschiedene Abschnitte und zieht sich mittlerweile fast 9 km an der Küste entlang. Vom Flughafen aus gelangt man zunächst an die Playa Matagorda. Hier hat man die Strandstrasse bereits hinter die Hotels verlegt, so dass einen recht nette Strandpromenade entstanden ist. Dann kommt die Playa Pocillos. Dieser Strand ist der breiteste von Puerto del Carmen. Folgt man nun der Strandstrasse in Richtung Süden gelangt man in die „Shopping-Zone“...ein Laden am nächsten...logisch, jede Menge Ramsch und Inder mit den klassischen Elektroartikeln....wie überall auf der Welt. Diese Strasse scheint kein Ende zu nehmen. Nach einem Fußmarsch von ca. 20-30 min (ohne shopping!) gelangt man in das eigentliche Zentrum. Hier tobt das Nachtleben und hier beginnt der dritte Strand: Playa Blanca – nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Ort im Süden der Insel!

Zentraler Treffpunkt (vor allem von Reiseleitern u.ä.) ist seit etlichen Jahren die WAIKIKI-Beach Bar (leckere Cocktails)...logisch, dass hier alles auch schwer touristisch unterwandert ist. Hier stellen sich einem vor allem gegen Abend reichlich Tiqueteros entgegen. Junge Leute internationaler Herkunft, die einem Rabatt- oder Gratiseintrittskarten für diverse Discos und Bars aufschwatzen wollen. Wird man nicht angesprochen...dann weiß man, dass man jetzt langsam alt wird!

Hat man sich entsprechend gestärkt kann man immer noch weiter Richtung Süden laufen. Am Ende des Strandes führt die Strasse dann rechts den Berg rauf...oben angekommen geht´s wieder runter und man kommt unweigerlich in das alte Dorf Puerto del Carmen. Hier gibt es dann auch einen malerischen Fischerhafen, leckere Fischrestaurants, und noch mal ein paar ganz nette Geschäfte. Hier legen auch diverse Boote ab.

Natürlich kann man Puerto del Carmen auch mit dem Linienbus (Glücksache) oder dem Taxi erkunden. Taxifahren ist innerhalb der Ortschaften billig...außerhalb wird´s dann allerdings teuer!

Costa Teguise – ist ein weiteres Touristikzentrum, etwas nördlich von Arrecife gelegen. Der Ort wurde auf dem Reißbrett geplant – selbstverständlich auch unter Mithilfe von C.Manrique. Hier residieren hauptsächlich Familien und Surfer. Kann man ja mal vorbeischauen ist aber nix spektakuläres.

Parque Nacional de Timanfaya – die Sehenswürdigkeit Nummer 1! Einmal Mond und zurück ! Ok, meistens ist es hölle voll am Eingang zum Nationalpark. Aber es lohnt sich! Es gibt die Möglichkeit organisiert: sprich per Ausflugsbus den Park zu besichtigen. Da gibt es meistens noch ne Rundfahrt durch den Süden und einen megawichtigen Halt am Souvenirshop mit Weinprobe...*stöhn* ...oder als Abendausflug mit Abendessen im Nationalpark (auf Vulkanhitze Gegrilltes!) mit etwas Folklore...nicht wirklich der Brüller, aber von den Lichtverhältnissen oft einzigartig. Alternativ kann man den Park auch per Mietwagen besichtigen. D.h.: Schlange stehen am Eingang, dann Wagen abstellen und umsteigen in den Tourbus. Nur die dürfen durch den Park fahren. Reicht auf alle Fälle auch aus! Nur abends kommt man nicht mehr in den Park – letzter Einlass spätestens um 17:00...Tip am Rande: so ab 16:00 Uhr wird´s relativ leer und die Lichtverhältnisse sind auch schon gut. Was die Informationen über den Nationalpark betrifft, sind sich die Reiseleiter dieser Welt leider nicht einig. Aufgrund langjähriger Studien auf dem vulkanologischen Sektor kann ich jedenfalls folgendes mit Bestimmtheit sagen:

Diese atemberaubende Mondlandschaft entstand bei Vulkanausbrüchen in der Zeit von 1730-1736 und auch während erneuter Ausbrüche im Jahr 1824. Damals rappelte es gewaltig auf der Insel. Menschen kamen damals nicht ums Leben, aber ein Drittel der Insel wurde mit Lava bedeckt. Die Inselregierung fürchtete eine enorme Auswanderungswelle und verhängte ein entsprechendes Verbot über die Insel. Damals lebten rund 500 Menschen in diesem Gebiet und der Pfarrer aus Yaíza führte ein Tagebuch über die Ereignisse. Im Laufe dieser sechs Jahre in denen sich die Erde nie wirklich beruhigte, verloren die Menschen einen Großteil ihres Viehbestandes (austretende Gase) und natürlich den mehr oder weniger fruchtbaren Boden. Kurz vor der unweigerlichen Hungerkatastrophe ließ die Regierung zu, dass die Menschen auswanderten und die Insel war – zumindest im Süden – für einige Jahre fast unbewohnt!  Im heutigen Gebiet des Nationalparks gibt es rund 300 Vulkankrater! Und noch heute ist die Hitze des Erdinnern spürbar. Dort wo der Parkplatz ist, werden regelmäßig kleine Vorführungen gemacht. Man kann sich u.a. davon überzeugen, dass trockene Büsche in einem 2 Meter tiefen Schacht sofort Feuer fangen und Wasser unter lautem Getöse zu Wasserdampf wird. Tatsächlich herrschen in 1 Meter Tiefe noch Temperaturen um 400° C ....wirklich!!! Die Rundfahrt durch den Park entführt einen in eine andere Welt. Mancher empfindet die Landschaft als bedrückend, andere als Offenbarung der Natur. Auf alle Fälle hat man nachher eine Menge Bewunderung für den Busfahrer übrig! Und die Cassette die man sich während der Rundfahrt anhören muß ist legendär. Es hat Menschen gegeben, die aufgrund der „Musik“ darum baten aus dem Bus springen zu dürfen...andere beknieten den Reiseleiter stundenlang um eine Kopie der Cassette. Übrigens war der Komponist dieser Musikstücke  - entgegen einiger hartnäckiger Gerüchte – NICHT César Manrique!

Im Zentrum des Nationalparks steht das Restaurant El Diablo, welches von Jesus Sotó gestaltet wurde. Auch hier galt es wieder ein Bauwerk perfekt in die Natur einzupassen. Gekocht wird unter anderem auf der Hitze des Vulkans...der Grill ist zu besichtigen und die Hitze ist echt! Im Restaurant selber kann man sich das Skelett eines Kamels und einen abgestorbenen Feigenbaum anschauen. Damit soll an den Eremiten Hillario erinnert werden, der nach einer Sage 50 Jahre lang dort  im Schatten des Feigenbaums mit seinem Kamel lebte. 

El Golfo –  die Südwestküste. Hier hat sich damals ein Vulkan aus dem Meer erhoben und ist dann zur Hälfte ins Meer gestürzt. Übrig blieb ein pechschwarzer Sandstrand (zur Zeit zu sehen in der TV-Werbung von Tabac for men), eine bizarre Felsenküste und eine kleine grüne Pfütze. Hier sollte man direkt zum Dorf El Golfo fahren. Wenn man zur Küste runterfährt ist links ein Parkplatz. Von hier aus kann man die Sache prima überschauen. Und im Dorf selber kann man fast überall lecker Fisch essen! Am Ende des Dorfes, wo auch die Strasse endet ist eine kleiner Wendeplatz. Hier kann man das Auto abstellen und stundenlang in eine echt geile Landschaft hineinlatschen...prima zum Picknicken geeignet! 



Los Hervideros -  ebenfalls an der Südwestküste. Man fährt leicht daran vorbei. Der Parkplatz ist gut in der Lava getarnt. Von hier aus kann man ein bisschen die sehr bizarre und schroffe Lavaküste erkunden. Das Meer hat hier beeindruckende Formen geschaffen Bei entsprechender Brandung bringt´s das richtig! Aussteigen lohnt sich eigentlich immer. Hier stehen immer ein Leute die einem Olivinsteine verkaufen wollen. Das sind grüne Peridote – Halbedelsteine, wie es so schön heißt. Dazu ein Wort: der Schmuck ist meistens eh nicht von Lanzarote, die „rohen“ Steine schon...aber wer nicht völlig blind ist, findet die Steine auch selber! Vor allem hier in der Gegend liegen die Dinger ohne Ende rum. Und ein selbstgefundener Stein bringt Glück...ist doch klar! Übrigens darf man sich die Steine nur ausleihen...spätestens nach einem Jahr muß man sie zurückbringen. Aber wer sein Herz auf Lanzarote verliert, wird das sowieso tun. 



Playa Papagayo – tja, der Südzipfel der Insel mit ein paar wirklich malerischen Sandbuchten, glasklarem Wasser und so...Blick nach Fuerteventura. Hier war´s mal richtig toll...bis es einfach zu viele Touristen gab, die diesen „Geheimtip“ kennenlernen wollten. Mittlerweile zahlt man Eintritt (!) um hinzugelangen...und ganz ehrlich: eigentlich lohnt es den Aufwand nicht...Früher war es DAS Jeep-El Dorado...Sandpisten ohne Ende, Marlboro-Feeling usw...na ja, den Rest kann man sich denken. Um der Verwüstung Einhalt zu gebieten und die Lage dort ein bisschen unter Konrolle zu kriegen, hat man die Sache mit dem Eintritt eingeführt. Macht Sinn, ist aber echt lästig. Vor allem wenn man bedenkt dass diese Naturschutzgebiet gerade mit Hotels bepflastert wird... 



La Geria – ok, dieses einzigartige Weinanbaugebiet solltet Ihr auf keinen Fall versäumen. Ist auch richtig gut für schöne Fotos...wie eigentlich der ganze Rest der Insel auch. Lanzarote hat ja bekanntlich kein eigenes Grundwasser. D.h. der vulkanische Untergrund ist so porös, dass jeder Tropfen Feuchtigkeit sofort auf nimmer Wiedersehen versickert. Übrigens werden auch die Abwasserleitungen der Insel direkt senkrecht in den Boden geleitet. Einige Pessismisten behaupten, man werde ja sehen, was beim nächsten Vulkanausbruch alles wieder nach oben kommt....ähm!

Nun gut...zurück zum Wein! Die Strasse durch das Weinanbaugebiet führt im Grunde von Uga bis San Bartolomé und man sollte sie auch ruhig ganz abfahren. Die Strasse ist schmal und bringt richtig Freude wenn einem Doppeldeckerbusse entgegenkommen, aber mit etwas Vorsicht kann man das ganz gut überstehen.



Warum sieht nun diese Landschaft aus wie ein großer schwarzer Golfball? Bei den großen Vulkanausbrüchen im 18. Jhdt.  wurde der fruchtbare Mutterboden von meterhohen Lavaasche-Schichten überzogen. Und das war´s...erst mal! Irgendwann kam man dann auf die listige Idee Löcher zu graben. Bis runter zum Mutterboden... und dort pflanzte man die Weinreben. Das hatte nämliche einige Vorteile: zunächst mal waren die Pflanzen in dieser Mulde recht windgeschützt. Zum Schutz vor Verwehungen der Asche  baute man zusätzlich noch die obligatorischen kleinen Steinmäuerchen herum. Der eigentliche Trick besteht aber darin, dass Wein ohne Wasser nicht wächst. Und auf Lanzarote regnet es nicht wirklich viel. Es gibt aber reichlich Tau. Und genau diese Feuchtigkeit des Taus wird nachts von der porösen Lavasche aufgenommen und im Laufe des Tages an die Pflanzen abgegeben.  Das ist das Seramis-Prinzip. Eigentlich ganz simpel...ist aber mit irre viel Arbeitsaufwand verbunden. Daher wird es überhaupt nicht gerne gesehen wenn man einfach so in die Landschaft hineinpilgert. Also bitte etwas Respekt.

Der Wein selber wurde im Laufe der letzten Jahre erst so richtig kultiviert. Früher hat man alles was aussah wie ´ne Weintraube gekeltert und einen bernsteinfarbenen Wein erhalten, der wie Honig aus der Karaffe floß und einem im Stand die Schuhe auszog. Köstlich!!!  Heute gibt es ein paar Klassiker, die man vielleicht mal probiert haben sollte: den Moscatelwein...ein eher süßer, klebriger Likörwein aus der dicken Muskattraube, der Rotwein, der üblicherweise recht schwer ist und irgendwie immer noch nach Feuer schmeckt und der leichte Malvasía-Weißwein ein Klassiker unter den Weißweinen.

Entlang der „Weinstrasse“ gibt es reichlich Weinhändler, da kann man gut Wein kaufen und vor allem auch probieren. Schön ist auch das Weinmuseum von El Grifo, falls Ihr etwas tiefer in diese Thematik eintauchen möchtet. Grundsätzlich kann man Lanzaroteweine aber auch in jedem größeren Supermarkt bekommen.

La Vegueta/ Mancha Blanca – vermutlich werdet Ihr mit dem Mietwagen kreuz und quer über die Insel schüsseln...machen alle....Dann solltet Ihr der Virgen de los Dolores einen kleinen Besuch abstatten. In Mancha Blanca steht eine Kirche direkt an der Strassenkreuzung im Dorf – nicht zu übersehen – und beherbergt die Schutzheilige der Insel. Die Madonna in der Kirche ist DAS Heiligtum der Insulaner. Dazu gibt es eine nette Geschichte. Als damals bei den Vulkanausbrüchen die Lavamassen immer näher an das Dorf heranrückten schnappte man sich diese Madonnenfigur und bat sie um Hilfe und Schutz vor der Lava. Um die Not deutlich zu machen versprach man ihr eine tolle Kirche, sofern die Lavamassen das Dorf Manche Blanca verschonten. Genauso geschah es. Wenn man vor dem Kircheneingang steht, sieht man rechts das Ende des Lavastroms und darin steckt heute noch das alte Holzkreuz. Interessant ist die Geschichte vor allem deshalb, weil man zwar froh und dankbar war, dass man verschont geblieben ist, aber das Versprechen eine schicke Kirche zu bauen zunächst mal vergessen hatte. Als dann zum zweiten Mal die Vulkane ausbrachen, wurden die Jungs dann aber recht schnell und die Kirche wurde gebaut! Seither ist Ruhe und Die Madonna wird jedes Jahr am 15. September ganz groß gefeiert. Diese Figur ist auch mir heilig und ich finde sie hat einen ganz besonderen Zauber! Naja und direkt nebenan ist das Dorf La Vegueta...meine alte Heimat......*seufz*...aber hier gibt es außer einem beeindruckend großen Papayabaum – den ich seinerzeit im Vorgarten pflanzte – nichts wirklich spannendes zu sehen. 

Playa Blanca –so nennt sich das Touristenzentrum am Südzipfel der Insel. Es war mal ein kleiner beschaulicher Fischerort mit ein paar sehr netten Familienhotels und –appartementanlagen. Damals...

Zur Zeit ist der Ort eine riesige Baustelle! An allen möglichen und unmöglichen Stellen werden Hotels gebaut. Ziemlich schaurig und vom Charme diese Ortes ist kaum etwas übrig geblieben. Von hier aus kann man aber mit der Fähre nach Fuerteventura fahren. Die Überfahrt dauert ca. 35 min. und drüben auf Fuerte ist man dann in Corralejo. Einem recht netten, aber chaotischen Ort mit vielen Surfern. 

Puerto Calero – der Yachthafen. Befindet sich südlich von Puerto del Carmen und ist recht nobel. Sehr sauber und es gibt ein paar ganz gute Lokale da. Und wer´s mag, es gibt auch einige richtig nette Yachten zu bewundern. Angeblich ist das der schönste Yachthafen von den Kanaren.
 
Kommen wir zum leiblichen Wohl – meine Lieblings-Restaurants

Lag-O-mar in Nazaret – nicht ganz billig...aber umwerfendes Ambiente!!! Dieses architektonische Schmuckstück hat mal Omar Sharif gehört. Böse Zungen behaupten, er habe das Anwesen mal beim Bridge-Spielen gewonnen, sei nie da gewesen und habe es auch rasch wieder verkauft. Wie auch immer...es ist ein kleines Paradies und man sollte es unbedingt gesehen haben. Vielleicht mal nachmittags auf einen Kaffee vorbeischauen...oder auch mal zum schick Essengehen...das Essen ist göttlich, sehr elitär, leicht französisch und eben auch etwas teurer. Übrigens solltest Du auf keinen Fall versäumen durch die Innenhoflandschaft zu laufen und in die Höhlen und Tunnel hineinzuschauen. Meistens stellt da eh immer irgendein Künstler seine Werke aus. Übrigens gibt es von diesem Restaurant eine wirklich schöne homepage www.lag-o-mar.com 

El Chiringuito – in Caleta de Famara ist mein ganz persönlicher Lieblingstip. Wenn man vom Strand Richtung Süden fährt kommt man in den Ort Famara. Naja, „Ort“ ist übertrieben, aber direkt am Ortseingang ist auf der rechten Seite eine kleine unscheinbare Bar. Einige Plastiktische stehen kreuz und quer im Sand. Hier treffen sich die Freaks und Surfer und manchmal ebne auch so Typen wie ich. Am besten geht man rein in die Bar und sucht sich irgendwas aus der Glasvitrine aus. Lecker ist eigentlich alles. Der Kaffe ist toll und na ja, eigentlich ist es wirklich nix besonderes...aber erlebt es selbst!  

Casa Miguel in Arrieta. Recht rustikales Fischrestaurant….sehr lecker und ein toller Platz am Meer. Leider schon lange kein Geheimtip mehr. :( 

Casa Emiliano in Femes – hier geht´s etwas rustikaler zu. Auf einem Trip im Süden...oder zu den Papagayo Stränden  sollte man hier vorbeischauen. Das Restaurant ist ein kleiner Familienbetrieb, hat zwar viele deutsche Stammgäste – vorwiegend Residente- ist aber trotzdem klasse...und das Essen ist sehr kanarisch!

Noch besser ist aber der Blick...Der Ort Femes befindet sich nämlich im Atalaya Gebirge. Dort ist der höchste Punkt von Lanzarote (671m oder so) und das Gebirge ist auch der älteste Teil der Insel. Man hat von dort einen schönen Blick über den Süden, die Playa Blanca und normalerweise auch bis Fuerteventura. Femes ist übrigens ein ganz idyllischer kleiner Ort. Wenn Du Dich mal über das alte Lanzarote einlesen möchtest, empfehle ich Dir den Roman Mararía von Rafael Arroz-Arena, gibt es auch auf deutsch und spielt vorwiegend in diesem Dorf. Die Geschichte ist nicht sooo spannend aber sehr authentisch! Ist auch mal verfilmt worden... 

BLAS in Puerto del Carmen und Arrecife – das ist eine fastfood-Kette...aber ne richtig gute!!!  

El Cruce in San Bartolomé. Der rheinische Einschlag ist zwar hier nicht zu verleugnen…immerhin bekommt man nach dem Essen gelegentlich den echten Düsseldorfer Killepitsch angeboten...aber ansonsten ist das Essen hier sehr kanarisch. Grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass die eher ungemütlich wirkenden Restaurants die authentischsten sind. Eine leichte Bahnhofshallenatmosphäre wird aber ruckzuck durch die Freundlichkeit und die ausnahmslos gute Atmosphäre wett gemacht. Ganz zu schweigen vom großartigen Essen und...fragen sie nach „vino del pays“ – dem echten Landwein!!! Allerdings sollten Sie sich vorher Gedanken machen, ob Sie noch Autofahren müssen...

Und selbstverständlich gibt es noch endlos viele Dinge die man auf Lanzarote erlebt haben sollte, bevor man heimreist. Aber ich denke, daß sollte an dieser Stelle erst mal reichen ;-)

 
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